In einer Welt der endlosen Sequels, Reboots und Franchises ist es mir eine Freude ankündigen zu können, dass Black Phone 2 ein kreatives und überraschendes Sequel zu dem 2021 veröffentlichten Horror Film The Black Phone ist. Ich hatte eher ein Cash-Grab Sequel mit einer ähnlichen Handlung erwartet – so wie bei vielen Horror-Filmreihen – und einen eiskalten traumwandelnden Thriller erhalten. Betonung auf Thriller, denn in diese Sparte gehört die 2025-er Fortsetzung viel eher als in das moderne Horror-Genre.
Die Fortsetzung startet vier Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils. Der 17 jährige Finney Blake (Mason Thames) kämpft mit seinem Trauma der Gefangenschaft und den brutalen Ereignissen des ersten Films. Seine Schwester Gwen (Madeleine McGraw) hat, wie schon in The Black Phone, nach wie vor Träume, in welchen Sie gewisse Ereignisse sieht – seien dies gegenwärtige oder vergangene Geschehnisse. In ihrem Traum klingelt das schwarze Telefon und sie sieht verstörende Morde in einem Winter Camp. Finney, Gwen und Ernesto (Miguel Mora) entscheiden sich Ferienjobs im Camp Alpine Lake anzunehmen um das Ganze zu untersuchen und begeben sich auf den Weg zu dem verschneiten Camp in den Bergen von Colorado. Damit, dass Sie da auf den, im Tode noch mächtiger gewordenen, Geist von The Grabber (Ethan Hawke) teffen, haben sie nicht gerechnet.

Hell is Ice
Scott Derrickson (Doctor Strange, Sinister) kehrt zurück als Regisseur für den zweiten Teil der übernatürlichen Horror-Thriller Reihe. Wie auch der erste Film basiert dieser auf einer Kurzgeschichte von Joe Hill (Sohn von Stephen King) und wurde von Derrickson selbst geschrieben, in Zusammenarbeit mit C. Robert Cargill, mit welchem er auch schon viele seiner vorherigen Filme geschrieben hatte. Kamera führt bei der 114 minütigen Fortsetzung leider nicht nochmals Brett Jutkiewicz, der vermutlich aufgrund den Filmarbeiten von Ready or Not Here I Come nicht zurückkehren konnte (leider gibt es hierzu keine offiziellen Angaben). Kamera führte hier Pär M. Ekberg der zuvor Filme wie Lords of the Chaos, Polar und Lemonade gedreht hatte.
Mason Thames, welchen wir dieses Jahr schon zum dritten Mal im Kino sehen können, nach How To Train Your Dragon und Regretting you, kehrt als den nun jungen Erwachsenen Finney Blake zurück. Seine Performance im ersten Black Phone war keine einmalige Sache, auch hier überzeugt der junge Amerikaner erneut. Ins Rampenlicht tritt aber seine kleine Schwester Gwen, gespielt von der talentierten Madeleine McGraw, die hier die eigentliche Hauptrolle übernehmen darf. Die von Träumen geplagte und wortgewandte Gwen, spielt sie authentisch, mit einer unglaublichen Intensität und überzeugt auch in den humorvolleren Szenen mit tollen One-Liners; wie z.B. “Fuck you with a dinosaur dick!”. Der grösste Kritikpunkt, an das 30 Millionen teure Horror-Sequel, betrifft die Kulisse. Gewisse Sequenzen wurden vor Ort in Kanada in echtem Schnee gedreht und gewisse Sequenzen; speziell die Szenen auf dem gefrorenen See, wurden auffallend in einem Studio abgedreht. Sehr Schade – denn sonst ist das Set hervorragend mit kreativen Lokationen und tollen Merkmalen ausgestattet, wie die leuchtend roten Neon Lichter in den Schlafräumen.
Achtung Spoiler!
Black Phone 2 hebt Gwens Geschichte vor; insbesondere die Verbindung zu ihrer Mutter, über ihren gemeinsamen “Curse” und das lernen, damit leben zu können. Den Grabber nun schlussendlich ins Eis zu verdammen, hätte für mich eine Aktion von Gwen und nicht Finney sein sollen. Oder sogar ein Triumph für ihren Vater, gespielt von dem wundervollen Jeremy Davies, der nun nach all den Jahren endlich die Wahrheit erfahren hatte und sich an dem Mörder seiner Ehefrau rächen lönnte. Definitiv eine verpasste Chance hier eine spannendere und gerechtere Conclusio zu zeigen.

Black Phone 2 läuft seit dem 16. Oktober in den Schweizer Kinos.
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